> Unsere Bestandskunden haben wir 20 Jahre und mehr.
> Wir haben schon so genug Druck durch M365, wohin die Leute abwandern wollen. Unser bisheriges Argument war immer, dass M365 bei Kündigung auf Readonly geht und David weiter zu benutzen ist. DAs Argument ist jetzt auch verpufft.
> Provisionen möchte ich gar nicht ansprechen, man verdient so gut wie nichts mehr, während Tobit sich reich verdient.
> Ich bin treuer Partner seitdem das Produkt noch Faxware hieß und Tobit winzig war und man noch mit Menschen reden konnte, so richtig am Telefon. Heute erkenne ich Tobit nicht wieder.
> Warum sollte ich nicht einfach wie alle M365 verkaufen und die Daviduser umstellen. Es kommen eh immer mehr Rufe nach M365, weil Tobit kennt kein Mensch ohne uns als Partner. M365 kennen alle und ich verdiene im Service deutlich mehr daran.
Tobit/David war mal cool und weit vorne. Seit langer Zeit dürfte Tobit aber wohl nur noch von ARRs leben von den Firmen, in denen die heutigen Boomerentscheider in den nächsten Jahren in massiver Anzahl in den Ruhestand gehen. Der klassische Teil der Tobit-Partner ist auch noch aus Boomerzeiten. In Erinnerung ist, dass Tobit/David den Toaster steuert und die Mülltonnen raus stellt. Ekelhaft ist das neuere coole Verständnis für Drogen, was so viele Menschen zerstört.
Das mit den Provisionen scheint mir auch als happiger Move, mit ARRs die eigene Tasche voll zu machen mit der jahrelangen Überzeugungs- und Etablierungsarbeit der Partner, bin mir aber nicht sicher, ob ich da die Zusammenhänge richtig kenne. Auf jeden Fall scheinen die bequeme Komfortzone und Gewohnheit die älteren Partner an Tobit zu binden.
Tobit/David ist aus den 1990ern und das merkt man. Zwar bekam das Produkt wie eine Uroma immer mal wieder eine neue Schleife ins Haar und ein neues Gebiss aber auch dann bleibt es eine Uroma. Chayns gibt vor alles mit allem zu verbinden. Nur nutzt das wohl keiner, oder wenn, dann nicht lange. Tobit setzt keine Standards, über die Stadtgrenze Ahaus kennt das keine Firma und in der Branche als Softwareunternehmen schon gar nicht.
Über eigene Proof Of Concept (Bretter-) Buden hinaus ist in anderthalb, zwei Dekaden nichts zustande gekommen, außer vielleicht ein wenig Zauberei für einzelne Kneipen oder Läden, die eben genau nicht einer Filialkette angehören und nicht wirklich Digitalisierung verstehen.
Tobit hat so viel Potential im Bereich B2B, branchenunabhängig. Man manövrierte sich aber immer mehr in Branchennischen und Kleinstnischen, namentlich auch Hofläden und Kioske.
Niemand auf der Welt nutzt die skurrile Musikbox, proprietäres Bezahlsystem, Fahrradschlösser, Fussballschränke und Paddelboot-Technik, weil das als Beispiele für Anwendungen einmal zu oft um die Ecke gedacht ist und die Masse der Menschen das nicht verstehen kann. Die Gesellschaft Smartel in Ahaus ist liquidiert. In zwei, drei Jahren dürften als Tobit Target nur noch Jahrmarktbuden bleiben. Chayns steuert dann vielleicht bunte Lampen und die Musik, verkauft per App digitale Fahrchips und digitalisiert auch die Karusselbremser weg. Dafür wird man auch ein paar Kirmesbuden Conferenciers und ahnungslose s.g. Stadtmarketing-Beamte finden, die unter Digitalisierung das Tablet für Schüler und Smartboard statt Kreidetafel verstehen und in der verstaubten Kleinstadtlokalpresse erscheint einen Wunderland-Artikel für Rentner, die darüber staunen, aber auch ein bisschen angewidert sind.
Ich kann mir kaum vorstellen dass klassische Partner für Tobit/David heute noch Prospects finden und Opportunitys als New Logos closen können. Bzw. viele klassische Partner werden nicht wissen, was das überhaupt ist. Klassischen Partner nehme ich noch als Bestandsverwalter wahr, da ist nichts mit Growth. Nicht erst seit heute läuft das Software as a Serivce-Business auch für kleinste Firmen eben anders und meist über M365 als Produktivitätsplattform. Mit einem sehr guten und schnellen ROI. Für Geschäftsführer unter 60 Jahren ist M365 klar nachzuvollziehen. Tobit/David dürfte für Lachanfälle sorgen.
Für normale Angestellte auf ihrem Karriere- und Berufsweg ist Tobit/David sowieso unterirdisch, also beim aktuellen Arbeitgeber keine Praxis mit M365 und wenigstens ein bisschen Power Automate, Planner, Forms und ein paar Anwenderkenntnisse mit Sharepoint drauf haben. Nur Word, Excel, Power Point und sonst nichts erkennt in der Jobwelt niemand als Skills an.
In der Tobit-Bubble merkt man das leider nicht, und auch nicht welche Möglichkeiten Unternehmen und vor allem die Menschen an den Arbeitsplätzen mit den vielen M365 Apps haben. Manche Partner und Kunden sind leider meiner Meinung nach im Tal der Ahnungslosen.
> Warum sollte ich nicht einfach wie alle M365 verkaufen und die Daviduser umstellen.
Ja warum nicht. Viele Stakeholder haben seit 10, 15 Jahren voraus gesehen dass es so weit kommt. Ich vielleicht auch ein bisschen spät aber besser spät als nie.
Ich finde, als IT-Systemhaus sollte man mit Tobit/David mit Existing Customers entspannt dran bleiben, die das seit 20 Jahren nutzen und damit noch zufrieden sind. Diese Firmen gehen mit dem Ausscheiden der Boomer sowieso wohl über die Klippe.
Bei Gemecker der Teams oder Geschäftsführungen oder bei Wechsel auf eine neue Geschäftsführung unter 50/60 Jahren direkt auf M365 als Plattform.
Als IT-Systemhaus für den eigenen Growth hybrid, also den Bestand mit Tobit/David pflegen oder auslaufen lassen. Bei Ärger auf M365, bei neuem Geschäftsführer auch auf M365.
