aus Tobit KB importiert - vom 26.06.2006 - Beitrag bei Tobit
Problem
Seit Umstellung vom 16 Bit Client auf das Tobit InfoCenter XP ist die Client/Server Connection erheblich langsamer geworden. In einer größeren, reinen Windows NT 4.0 Umgebung werden 1 PDC, mehrere BDC und mehrere hundert Clients eingsetzt. Es werden hauptsächlich serverbasierte Profile eingesetzt.
Zum Teil können auch andere Unstimmigkeiten beobachtet werden, die in diesem Zusammenhang stehen, z.B. kein Textbody bei Kalendereinträgen oder Nachrichten.
Bei Verwendung des 16 Bit Clients treten kein Probleme auf.
Alle Punkte des KnowledgeBase Artikel Q-101.193 und des KnowledgeBase Artikel Q-101.158 wurden abgearbeitet und brachten kein Erfolg.
Antwort
Im Gegensatz zum 16 Bit Client wird beim Tobit InfoCenter XP hauptsächlich die Registry eingsetzt, um Einstellungen zu speichern. Bedingt hierdurch können insbesondere bei hoher Netzlast Connectivitätsprobleme auftreten, wenn die entsprechenden Profile von einem Server geladen werden müssen. Die Einstellungen zum Tobit InfoCenter werden userspezifisch im Hive HKEY_USERS abgelegt und spezifisch in den Hive HKEY_CURRENT_USER geladen.
Des weiteren ist festzuhalten, dass die Auffindung des Davidservers durch den Client generell über einen Servernamen erfolgt. Je nach der eingesetzten Verfahrensweise zum Auflösen der Hostnamen im NT 4.0 Netzwerk, kann dies ebenfalls zu erheblichen Zeitverlusten führen.
Unter NT 4.0 unterscheidet man die verschiedensten Methoden zur Auflösung, eines der meist eingesetzen Verfahren ist "m-Node" zur direkten Auffindung des Zielhosts. Hierbei wird zunächst eine Broadcast vom Client gesendet, wobei hier allerdings der Broadcast von Routern nicht übertragen wird. Wird der Zielhost nicht gefunden, wird "p-Node" eingesetzt, wobei dies einen WINS Server vorraussetzt. Hierbei wird ebenfalls eine Broadcast gesendet, der allerdings Router überbrücken kann.
Der Einsatz eines DNS-Servers ist zwar auch möglich, jedoch ist dieser in der Hierachie der Namensauflösung "untergeordnet", wobei generell WINS unter NT 4.0 am besten geeignet ist.
Eine Abfrage zur Namensauflösung wird durch den Client immer in folgende Reihenfolge erfolgen:
- lokale DNS-Komponente
- Broadcast
- WINS
- LMHOSTS
- bei aktiviertem DNS-Server die HOSTS
- DNS-Server
Die einfachste Methode zur schnellen Auffindung des Davidservers wäre demnach der direkte Connect via IP.
Hierzu haben Sie die Möglichkeit für einen Testclient (bei beendetem Tobit InfoCenter XP) innerhalb der Registry im Hive »HKEY_CURRENT_USER \ SOFTWARE \ TOBIT \ TOBIT INFOCENTER \ SERVERS« die dort enthaltene Angaben zu "CurrentServer" und "MiniServer01" auf die IP Adresse abzuändern. Des weiteren müssen Sie dies auch im SubHive für den Server unterhalb von SERVERS machen, so dass am Ende alle Servernamen durch die IP Adresse ersetzt worden sind.
Weitere Möglichkeiten zur Steigerung der Performance sind:
- IP.INI
In diesem Zusammenhang prüfen Sie auch die IP.INI auf dem David Server und stellen Sie sicher, dass sich dort nur die IP Adresse des Davidservers befindet.
Werden hier ggfs. neue Einträge vorgenommen oder ändert sich die IP? - Laufwerksmapping
Beachten Sie unbedingt, dass Sie im Netzwerk ein einheitliches Laufwerksmapping für das Davidverzeichnis einsetzen und die Clients nur aus solch einem gemappten Laufwerk installieren. - Editieren der HOSTS/LMHOSTS
Eine weitere Möglichkeit zur Performancesteigerung ist das testweise editieren der HOSTS bzw. der LMHOSTS.SAM im Verzeichnis »WINNT\SYSTEM32\DRIVERS\ETC« auf dem Testclient. Je nach eingesetzen Verfahren zur Namensauflösung im Netzwerk kann dies nach einem Reboot des Clients deutliche Steigerungen bedeuten, wie Sie den Ausführungen zur Namensauflösung bereits einsehen konnten. - DHCP-Server deaktivieren
Sollten Sie im Netzwerk einen DHCP Server haben, so stellen Sie unbedingt sicher, dass kein Client, ausser bei den gewünschten, eine Namensauflösung via DHCP angestrebt wird. - Einfach TCP/IP Dienste und SP6a für NT
Die (nochmalige) Installation der einfachen TCP/IP Dienste auf den Servern, sowie anschließener Installation des SP6a ist besonders empfehlenswert. Mit der Installation des SP6a stellen Sie zugleich sicher, dass die WINS- und/oder DNS-Komponente der Server auf dem neuesten Stand sind. - Neuinstallation eines Testclients
Sollte die Deinstallattion des Tobit InfoCenters inklusive Löschung der TOBIT.BAK aus dem WINNT Verzeichnis mit anschließender Neuinstallation keine Abhilfe geschaffen haben, so führen Sie den folgenden Test an einer Workstation durch.- Deinstallieren Sie das Tobit InfoCenter XP.
- Führen Sie etwaige notwendige Sicherungsmaßnahmen von Dateien durch.
- Setzen Sie das System komplett neu auf; achten Sie hierbei darauf, dass die Systemplatte vorher komplett formatiert wird und dass Sie auch die einfachen TCP/IP Dienste mit installieren.
- Installieren alle notwendigen Treiber nach der Betriebssysteminstallation und schließenden Sie diese mit der (nochmaligen) Installation des SP6a für Windows NT 4.0 bzw. SP3 für Windows 2000 ab.
- Erstellen Sie ein Laufwerksmapping vom DvISE Server auf diesem Client und installieren Sie aus diesem als Administrator angemeldet das Tobit InfoCenter XP.
- TOBIT32.DLL prüfen
Ein Grund könnte auch sein, dass die TOBIT32.DLL veraltet ist oder sich in einem anderen Verzeichnis (z.B. »\DAVID\CODE«) befindet.Durchsuchen Sie das System nach der Datei TOBIT32.DLL. Es sollte nur eine TOBIT32.DLL auf dem System vorhanden sein, normalerweise liegt diese im Verzeichnis »\WINNT\SYSTEM32«. Falls sich noch eine weitere TOBIT32.DLL im »DAVID\CODE« Verzeichnis befindet, benennen Sie diese um.
Um die Aktualität Ihrer DvISE Server Dateien zu prüfen, können Sie auch eine Online Registration erstellen und sich diese selber zuschicken. Diese Liste enthält alle systemrelevanten Dateien mitsamt Versionsstände. Anhand der zum Download des SP5 bereitgestellten Code History (club.tobit.com -> Service -> Download -> Service Pack 5 -> Code History) können Sie die Versionsstände prüfen.
- Tuning für den Windows NT 4.0 Server
Über den KnowledgeBase Artikel Q-102.688 erhalten Sie detailierte Informationen, wie Sie die Performance eines Windows NT 4.0 Server steigern können. Die entsprechenden Hinweise wenden sich an einen erfahrenen Administrator, da zum Teil auch an der Registry gearbeitet wird. - Generelle Probleme in größere NT 4.0 Netzwerken; Microsofthinweise
Wenn Sie in der englischsprachigen KnowledgeBase von Microsoft zum Suchbegriff "NT performance" Einträge suchen lassen, werden Sie zahlreiche Hinweise zu generellen Problemen von Windows NT 4.0 in größere Umgebungen bekommen, die seitens Microsoft zum Teil mit Bugfixes aber auch ohne Lösungswege geschildert werden.
Hierbei wird seitens Microsoft häufig auf Probleme im Zusammenspiel mit SQL-Servern und Client/Server Connections hingewiesen, die aufgrund der Netzwerkarchitektur von NT 4.0 nicht korrekt abgebaut werden können.Die Connectivität zu David würde hierdurch erheblich beeinflußt werden, was Ihre vorliegende Problematik nach Umstellung auf das Tobit InfoCenter XP belegt. Hierbei wird, wie bereits am Anfang dieses Artikels erwähnt, hauptsächlich auf die Registry und auf den 32 Bit Code der Netz-API des Betriebssystems gesetzt, die die Connectivität seitens des Betriebssystems im Netzwerk regelt.
Unter Windows 2000 wurde seitens Microsoft hier daran gearbeitet, jedoch NT 4.0 wird nicht mehr berücksichtigt, da Microsoft hierzu keine Leistungen mehr erbringt.
Seitens Tobit werden wir dies im Zusammenspiel mit dem InfoCenter XP prüfen und gegebenfalls notwendige Maßnahmen ergreifen.